30. Juli 2009
Das Getümmel ist auf der Karl Johans gate, die Einkaufsstraße von Oslo. An einem Ende ist der Hauptbahnhof am anderen der Königspalast. Dazwischen, wie es sich für eine Einkaufsstraße gehört, Shops, Cafés, Kneipen. Viele Leute waren unterwegs. Definitiv einige Touris, viele Freundegrüppchen, ambitionierte Shopper, gelassene Flaneure. Und alle paar 20 Meter Straßenkünstler. Straßenmaler, Solomusiker, Comedians, Bands, Panflötenspieler aus den Anden (na klar), Artisten, lebende menschliche Statuen. Für jemand, der auf der angeblich längsten Einkaufsstraße Deutschlands wohnt (Marktstraße Oberhausen jaha! ) gibt es auf der Karl Johans gate auf jeden Fall viel zu sehen. Ich fande es angenehm. Die Straße lebt, das finde ich gut. Bedrückend fande ich allerdings die vielen Bettler dort. Viele platzieren sich in die Nähe der beliebtesten Acts auf dem Pflaster und hoffen, dass auch für sie ein paar Kronen übrig sind.
Trotzdem. Es ist schön dort. Gibt es hier im Ruhrgebiet überhaupt eine Straße, in der nicht nur der Konsum, sondern auch die Kunst im Vordergrund steht? Mir fällt da nichts ein. Da ich nicht zum Einkaufen in Oslo war, fande ich es großartig auf dieser Straße von einer Show zur anderen zu gleiten.

Gestern habe ich citysounds entdeckt. Eine Art Musikarchiv der Metropolen dieser Welt. Auch Oslo ist dabei, z. Zt. unten rechts. Oh, schade jetzt ist’s nicht mehr drin. Wurde überholt von Leeds. Vielleicht ist Oslo aber bald wieder drin.
Zwischen der Karl Johans gate und dem Hafen am Rathaus und Aker Brygge ist kaum was los. In Aker Brygge ist ein großes Einkaufzentrum, dass aber architektonisch kein Schlag auf’s Auge ist, weil viele alte Gebäude der ehemaligen Industriefläche umgewandelt wurden. Und ein weiterer Pluspunkt ist die Promenade mit zig Restaurants direkt am Oslofjord. Da wo der blaue Blub ist, saßen wir und haben ein, zwei erfrischende Biere mit Blick auf den Fjord genossen.
Oslo auf einer größeren Karte anzeigen


Der rote Blub ist das Opernhaus Oslo. Und es ist großartig. Ich zitiere jetzt mich selbst, indem ich die wiederhole, was ich schon bei flickr geschrieben habe:
Ein großartiges Gebäude. Konzipiert vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta und 2009 mit dem Mies van der Rohe European Architecture Award ausgezeichnet.
Mein Herz schlug mal sehr für Architektur und hier fing es wieder an zu pochen. Innen wie außen ein Erlebnis. Und ich fande es großartig, dass das Opernhaus für neugierige Besucher auch tatsächlich geöffnet war. Die Wand und Bodenoberflächen sind so vielfältig. Überall bleibt das Auge hängen und trotzdem ist das Haus an Schlichtheit nicht zu überbieten. Sogar die Toiletten sind einen Besuch wert.
Aussen kann man ebenfalls nahezu alle Ebenen und Schrägen begehen. Man sieht auf dem Foto auch, dass das durchaus sehr viele Leute tun. Auch wenn ich Orte mit etwas mehr Patina meistens schöner finde, so fande ich das Opernhaus absolut faszinierend. Dekoriert mit Oslofjord und dicken Wolken ist dieser Ort schon was Besonderes. Auch Nachts.

Warum ich wieder nach Oslo reisen würde:
1. weil ich habe eine kurze, aber schöne Zeit dort verbracht
2. weil ich möchte gerne das Kon Tiki Museum besuchen. Das Museum beherbergt viele originale Fahrzeuge/Boote und andere Gegenstände von den Expeditionen des Wissenschaftlers und Abenteuers Thor Heyerdahl. Zum Beispiel das Floß Kon Tiki, mit dem er den Pazifik von Südamerika nach Polynesien überquerte um zu beweisen, dass die Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus möglich war. Ich habe die Bücher zur Kon Tiki und zur Ra Expedition gelesen und bewundere Heyerdahl sehr für seine Art von Experiment.
3. weil ich möchte gerne das Fram Museum besuchen. Dort ist das “stärkste Holzschiff” der Welt ausgestellt. Die Fram ist ein Schiff, mit dem drei Polarexpeditionen durchgeführt wurden (Nansen, Sverdrup, Amundsen).
4. weil ich gerne die Mini Bottle Gallery besuchen möchte
5. weil ich ein Konzert in der besten Kneipe der Stadt erleben möchte. Wer einen Tipp hat, her damit
Zur Unterkunft:
Das Hostel Sentrum Pensjonat in Oslo liegt ziemlich zentral nur ca 300 Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Hier hatten wir am Anreisetag noch das letzte Doppelzimmer erwischt. Es ist ein Hostel und da muss man die Ansprüche nicht hochschrauben. Aber im Ganzen war es doch ziemlich abgeranzt. Auf allen Etagen waren Toiletten, aber nicht jede war auch in Kombination mit funktionierendem Waschbecken. Die Duschkabinen (insgesamt 5 ) fande ich ok, wir haben allerdings schon gegen 6 Uhr morgens das Hostel verlassen, sodass wir wahrscheinlich die Ersten waren, die sie betreten haben.Immerhin, es gab kostenfreies WLAN. Wir hätten uns DVDs ausleihen können und Handtücher gab es auch.
Die letzte Nacht während der Tour haben wir im Hotel P übernachtet. Ein Budgethotel ohne Schnickschnack, aber sauberen Betten, Fernseher (wer’s braucht
), kostenfreiem WLAN, eigener Toilette und Dusche und ebenfalls sehr zentral gelegen. Wir haben in Bergen 2 Nächte und in Oslo eine Nacht dort gebucht und es war okay.
Es folgt ganz bald: Wanderlust - Norwegen Teil 3
[Fotos: Klaudia Pirc]