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Warum ich niemals im Amazonas schwimmen werde

Gestern habe ich bei Tim Ferriss über meinen slowenischen Landsmann Martin Strel gelesen. Martin Strel hat letztes Jahr als erster Mensch den Amazonas von Anfang bis Ende durchschwommen. 5.286 km! Allein körperlich ist das eine gewaltige Leistung. Zudem gilt der Amazonas als einer der gefährlichsten Flüsse der Welt: Piraten, Piranhas, Malaria und der aalförmige Candirú, auch “Brasilianischer Vampirfisch” genannt. Da schwimmt dieser Mann also über 5.000 km und 66 Tage in diesem Wasser! Nur so und um sich und der Welt zu beweisen, dass es möglich ist.

Warum erzähle ich euch das?

Vor sechs Wochen hat sich mein Terminkalender deutlich gefüllt. Mit meinem Kollegen und Mitbewohner bin ich Montags bis Freitags um 8 Uhr morgens verabredet. Kurz vor 8 checken wir, ob das Internet noch lebt, dann geht’s los zum Fitnessstudio. Das machen wir jetzt schon ein paar Wochen. Der Trick: unsere Fitnessprogramm hat feste Termine. So wie wir Kundentermine einhalten, halten wir auch diesen ein. Ganz einfach. Ich kann es selbst kaum glauben, dass es funktioniert.

Jetzt kann man natürlich den Weg von der Marktstraße bis zum Fitnessstudio, den wir zudem mit dem PKW zurücklegen, nicht mit der Amazonasstrecke vergleichen. Unsere Trainingsintensität macht wahrscheinlich nur ein halbes Prozent des Trainings von Martin Strel aus. Auch halsbrecherische Abenteuer haben wir bisher nicht erlebt. Aber: dass wir überhaupt hingehen ist reine Kopfsache. Der Trick mit dem Termin. Wenn ich morgens kaum die Augen aufkriege, keinen Gedanken daran verschwende meine Kontaktlinsen einzusetzen, dann kann ich mir noch weniger vorstellen, wie ich ein paar Minuten später auf dem Laufband stehe oder Muskeln wachsen lasse.

Und auch Martin Strel sagt im Interview mit Tim Ferriss, die mentale Stärke sei für sein Vorhaben wesentlich wichtiger gewesen, als das Training. Und, vor 20 Jahren wäre er zu einer solchen Aktion nicht in der Lage gewesen.

Bin gespannt, was ich dann so mache, in 20 Jahren. Den Amazonas werde ich bestimmt nicht durchschwimmen. Denn ich schwimme nirgends, wenn ich keine schwarz gekachelten Fliesenstreifen unter mir sehe. Hat jemand einen anderen Vorschlag?

Übrigens: Martin Strel kommt aus dem kleinen slowenischen Städtchen Mokronog. Heißt übersetzt sowas wie Nassfuss…

2 Antworten to “Warum ich niemals im Amazonas schwimmen werde”

  1. Den kenn ich! Slowenen sind halt ein ganz besonderes Voelkchen;-). Gibt´s da nicht diesen ungewoehnlichen Poltiker, der heute irgendwo als Asket und Vegetarier in der Einoede lebt? Der hat mir auch sehr imponiert. Der Name faellt mir aber jetzt gerade nicht ein.

    Kleine Ermahnung muss aber doch sein: mit dem Auto zum Fitnesstraining, tz, tz, tz;-). und viel Spaß mit deiner neuen Website!

  2. admin sagt:

    Du meinst bestimmt Janez Drnovšek. Über den hast du jedenfalls mal bei theruhr geschrieben.

    Ja, du hast natürlich Recht. Mit dem Auto zum Fitnesstraining zu fahren ist natürlich nicht konsequent. Da muss ich noch ein paar Schrauben im Kopf drehen ;)

  3. [...] überfällt oder ich zu sehr über die Reaktionen meines Körpers nachdenke, versuche ich wie Martin Strel, während des Laufens in Gedanken Karten zu spielen und mir so die Zeit zu vertreiben. Aber, naja, [...]

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