Der Sturm
Der Wind dreht die helle, verwundbare Unterseite der Blätter nach oben, saugt sie gierig zurück, spuckt ihre dunkle, glitschige Oberfläche wieder aus und drängt sie gegen die Wuchsrichtung. Und dann Stille. Kein Ast, kein Blatt bewegt sich.
Und für diesen Moment erstarren auch ihre Gedanken.
Der Wind ergreift sie wieder, treibt das Laub hin und her. Hell, dunkel, hell, dunkel. Und wieder Stille. Zitternde Blätter starren fordernd zurück. Los! Weiter! Los, los, los!
Farben, Gedanken und Gefühle jagen durch ihren Körper. Sie ist regungslos, die Augen gelähmt.
Schwere Regentropfen schlagen auf die Blätter. Der Wind zerrt an ihren Blattstielen und prüft ihre Sollbruchstellen.
Wut und Angst würgen ihren Hals und quetschen ihr Herz. Ihr Atmen ist nicht wahrnehmbar. Unter ihrem Kleid drängen sich ihre Brustwarzen durch die dünnen Fasern. An ihrer Stirn pocht der Sturm durch eine zu dünne Ader.
And after the storm,
I run and run as the rains come
And I look up, I look up,
on my knees and out of luck,
I look up.- Mumford and Sons, After the Storm













Sensationell guter Song!
Und sehr schön geschrieben. Klingt nur leider nicht so, als wäre alles heile Welt bei Dir. Wenn Du mal reden willst: ICH kann auch zuhören!
Danke, Ralf, es geht mir gut. Der Text ist schon vor ein paar Wochen entstanden. Als es stürmte und es mir tatsächlich nicht besonders gut ging. Aber jetzt ist alles im grünen Bereich. Ja, ich bin mir sicher, dass du auch zuhören kannst
Ui, wirklich schön-traurig der Text.
Ich wußte gar nicht, dass Du so gut schreiben kannst…
Habe mich auch gleich gefragt, ob es Dir gut geht… aber dann ist ja alles gut. Fein!